Samstag, 10. November 2007

Von der "Wohnungskommission" abgelehnt

Von der „Wohnungskommission“ abgelehnt: wie lange wird schwangere, unverschuldet in Not geratene Frau in der Obdachlosigkeit durchhalten? Fälle wie der der Angelika M. beschäftigen Rathaus, Hilfsorganisationen und Öffentlichkeit. Alle Augen sind jetzt auf die Leiterin der Wohnungskommission gerichtet, auf die prominente SP - Landtagsabgeordnete Gabriele Mörk.

Die "Soziale Wohnungsvergabe" existiert nicht mehr, so Rathaus - Insider hinter vorgehaltener Hand. Die gefürchtete "Wohnungskommission" in der Graumanngasse im 15. Wiener Gemeindebezirk muss immer härter werden, denn zu oft wurde das System von Sozialschmarotzern missbraucht. Jüngstes, besonders tragisches Beispiel: Einer im siebten Monat schwangeren Frau, korrekt, einfach, aber gut erzogen und weder alkohol- noch drogensüchtig, die nur deshalb in ihrer - bisher privat gemieteten - Wohnung im 16. Wiener Gemeindebezirk Mietzinsrückstände angehäuft hat und daher dieser Tage delogiert wird, weil sie als geringfügig Beschäftigte nach dem Verlust ihrer Arbeit am 25. Mai 2007 ihre Medikamente und den Strom nicht mehr zahlen konnte, wurde von "Wiener Wohnen" mitgeteilt, sie möge es bitte nur kurz trotz des bevorstehenden Winters in der Obdachlosigkeit aushalten, bis das Kind geboren werde, denn dann könne man ihr es, das Kind, sowieso wegnehmen - das fürchtet die Frau ganz besonders, die all ihre Liebe auf ihr erstes Kind, eine kleine Tochter, konzentriert - und sie könne ohne Kind gerne in ein Frauenhaus kommen, denn Gemeindewohnungen könnten derzeit ohne Bonität leider nicht mehr "hergegeben" werden (O-Ton Referentin Graumanngasse).

Im Fall der völlig verzweifelten hochschwangeren und alleinstehenden Frau Angelika M. (Name von der Redaktion geändert) gibt es nach der Ablehnung durch die gefürchtete "Wohnungskommission" auch immer wieder Positives zu berichten: Mit viel Kompetenz und Einfühlungsvermögen wurde Angelika M. bei einer Vorsprache in der Mag Elf (MA 11) beraten: "Wir könnten Ihnen sogar ein Schreiben ausstellen, dass wir eine Wohnungsvergabe befürworten würden" (MA 11 - Beraterin Arnethgasse).

Verzweifelt und oft am Ende ihrer Kräfte ("so viel geweint habe ich früher nie, ich bin ja auch noch nie schwanger gewesen und in der Schwangerschaft delogiert worden") setzt Angelika alles daran, ihr zu kleines und etwas zu leichtes Mädchen (1440 Gramm) gesund zur Welt zu bringen: "Ich freue mich so sehr auf mein erstes Kind, schließlich bin ich schon 36!" (Angelika M.). Wie soll die hochschwangere Frau übersiedeln und Wohnung suchen?

Die weder drogen- noch alkoholabhängige Frau kommt aus kleinen, aber geregelten Verhältnissen. Und - wer kann heute noch so wunderbar stricken? Für ihre kleine Tochter, die Ende Dezember erwartet wird, hat Angelika M. bereits ganz billig ihre eigenen "Designerklamotten" hergestellt. Zuletzt bei Kerzenlicht, da Wien Energie einige Zeit Gas und Strom abdrehen musste ...

Das Problem z.B. in diesem Fall: drei Monate lang konnte die betreffende werdende Mutter keine neue kleine Wohnung suchen, weil ihr von diversen Behörden und Hilfsorganisationen - die es zweifellos gut gemeint haben - mitgeteilt wurde, "dass das mit der Sozialen Wohnungsvergabe" schon klappen werde. Irrtum: ein abschlägiger Bescheid, neuerliche Vorsprache in der "Graumanngasse", dann wieder ein abschlägiger Bescheid (siehe Faksimile im hartensteynreport). Die Frau, die dieser Tage delogiert wird, ist völlig verzweifelt, der Strom längst abgedreht, es besteht die Gefahr einer Früh- oder Fehlgeburt: "Wenn mir die Wohnungskommission gleich gesagt hätte, dass sie mich auf die Straße setzen, wäre es besser gewesen, denn dann hätte ich mehr Zeit gehabt, auf dem freien Markt wenigstens ein Elendsquartier zu suchen."

Nun hoffen wir vor allem auf die Frau Landtagsabgeordnete Gabriele Mörk, die Leiterin der Wohnungskommission (seit 2003 Leiterin der Sozialen Wohnungsvergabe und Wohnungskommission bei der MA 50). Bitte helfen Sie Angelika M.! Ihre Zielgruppe, Frau Abgeordnete Mörk:

Personen, die unverschuldet und unvorhersehbar ihre bisherige Wohnung verlieren
und von denen die eigenständige Lösung ihres Wohnungsproblems nicht erwartet
werden kann.

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